Waldbrand — von der Gefahr über das Feuer bis zum Rauch
Die meisten Waldbrände entstehen durch den Menschen — ob aus Fahrlässigkeit oder Absicht. Wie schnell aus einem Funken ein Großbrand wird, entscheidet dann das Wetter. Auf meteo365.es zeigen wir alle vier Perspektiven in einer Karte: die Waldbrandgefahr für die nächsten Tage, aktive Brände in nahezu Echtzeit, den Rauch in der Luft und die bereits verbrannten Flächen.
Die VorhersageWaldbrandgefahr: der Fire Weather Index
Ob aus einem Funken ein Großbrand wird, hängt maßgeblich vom Wetter ab: Hitze, Trockenheit, Wind und wie lange es schon nicht mehr geregnet hat. Der international genutzte Fire Weather Index (FWI) fasst genau das in einer Zahl zusammen — je höher, desto leichter entzünden und verbreiten sich Vegetationsbrände.
Wir berechnen den FWI selbst aus unseren Wettermodellen und zeigen ihn als Tagesvorhersage für die kommenden Tage — flächendeckend auf der Karte und als Wert für jeden Ort. Die Skala reicht in sechs Stufen von Sehr gering (grün) bis Extrem (dunkelrot). So siehst Du die Gefahr, bevor das erste Feuer brennt.
Die 30-30-30-Regel: Eine bekannte Faustregel warnt vor besonders hoher Waldbrandgefahr, wenn drei Werte zusammentreffen — Temperatur über 30 °C, Luftfeuchte unter 30 % und Wind über 30 km/h. Unter diesen Bedingungen können sich Feuer rasend schnell ausbreiten.
Nahezu EchtzeitAktive Brände — was Satelliten sehen
Mehrere NASA-Satelliten scannen die Erde täglich mit Wärmesensoren. Brennt Vegetation, entsteht intensive Wärme. Die Sensoren erfassen diese charakteristischen Wärmesignaturen und markieren sie als Hotspots auf der Karte – häufig schon wenige Minuten nach dem Überflug.
Jeder Punkt trägt die Strahlungsleistung (FRP) — ein Maß dafür, wie kräftig das Feuer gerade brennt. Wichtig: Ein Punkt ist eine Hitze-Erkennung, kein bestätigter Waldbrand — auch Industrie, Gasfackeln oder kontrollierte Feuer können auftauchen.
In der LuftRauch — wohin die Wolke zieht
Große Brände schicken Rauch oft hunderte Kilometer weit. Über den europäischen Atmosphärendienst Copernicus (CAMS) zeigen wir die Rauch- und Aerosolbelastung in der Luft — so erkennst Du, ob Dich der Qualm eines entfernten Feuers erreicht, auch wenn das Feuer selbst weit weg ist.
Der Rauch-Layer eignet sich besonders, um die Luft bei weit entfernten Großbränden einzuschätzen — er ergänzt die aktiven Brände um das, was man am Himmel tatsächlich sieht und riecht.
Die BilanzVerbrannte Flächen — was übrig bleibt
Nach einem Brand kartiert der europäische Waldbranddienst EFFIS die tatsächlich betroffene Fläche. Wir zeigen diese Brandflächen als Umrisse auf der Karte — mit Größe in Hektar und Zeitraum. So wird sichtbar, wie viel eine Saison wirklich gekostet hat.
Zusammen ergeben die vier Layer ein vollständiges Bild: von der Gefahr über das aktive Feuer und den Rauch bis zur verbrannten Bilanz.
Was diese Karten bedeuten — und was nicht
Ehrlich bleibt ehrlichUnsere Waldbrand-Karten sind Orientierung, kein Ersatz für offizielle Warndienste. Wenn Du in einer betroffenen Region bist, halte Dich immer an die Anweisungen von Feuerwehr und Katastrophenschutz.
- Gefahr ist kein Feuer: Ein hoher FWI heißt „leicht entzündlich", nicht „es brennt".
- Punkte sind Erkennungen: Satelliten sehen Hitze — Wolken können Brände verdecken, und nicht jede Wärmequelle ist ein Waldbrand.
- Flächen kommen mit Verzug: Verbrannte Flächen werden nach dem Brand kartiert, nicht in Echtzeit.
Und noch etwas: Die allermeisten Waldbrände entstehen nicht durch Blitzschlag, sondern durch den Menschen — im Mittelmeerraum rund 96 % durch Fahrlässigkeit oder Vorsatz, nur etwa 4 % haben eine natürliche Ursache. In den USA sind es rund 85 %. Quellen: WWF, NASA.
Direkt zur Waldbrand-Karte
Waldbrandgefahr, aktive Brände, Rauch und verbrannte Flächen — alles auf einer Karte.