Am Mittwoch erreicht die Hitze im Osten Spaniens noch einmal ihren Höhepunkt. Örtlich werden 40 bis 42 Grad erwartet. Danach stellt sich die Wetterlage deutlich um: Von Norden und Nordwesten gelangt kühlere Luft auf die Iberische Halbinsel, der Wind frischt auf und vor allem im Norden und Nordosten steigt das Risiko für kräftige Schauer und Gewitter. Bis Samstag sinken die Temperaturen in vielen Regionen markant.
Die aktuellen Berechnungen des ICON-EU-Modells vom 18. August, 00 UTC, zeigen für die kommenden Tage einen ausgesprochen markanten Wetterwechsel über Spanien. Während der Mittwoch vor allem im Osten noch einmal von extremer Hitze geprägt wird, beginnt anschließend eine deutliche Abkühlung, die sich von Norden her über große Teile des Landes ausbreitet.
Mittwoch: Bis zu 42 Grad im Osten Spaniens
Der Mittwoch, 19. August, wird insbesondere im Osten und Nordosten der Halbinsel noch einmal extrem heiß. Die höchsten Werte werden nach aktuellem Stand im Raum Valencia mit etwa 42 °C erwartet. Auch Zaragoza und Lleida erreichen rund 41 °C, in Murcia sind etwa 39 °C möglich.
Auch abseits der absoluten Hitzezentren bleibt es verbreitet sehr heiß. In Girona werden rund 36 °C berechnet, ebenso in Tortosa. Teruel kommt auf etwa 35 °C, Madrid auf 33 °C und Toledo ebenfalls auf ungefähr 35 °C.
Ganz anders präsentiert sich bereits der Norden und Nordwesten: An der Atlantikküste liegen die Höchstwerte in A Coruña bei etwa 23 °C, in Gijón bei 24 °C und in Bilbao bei rund 26 °C.
Damit liegen innerhalb Spaniens am Mittwoch Temperaturunterschiede von fast 20 Grad.
Zusätzlich macht sich bereits ein lebhafter Wind bemerkbar. Besonders im Landesinneren und Osten sind verbreitet Böen um 40 bis 60 km/h möglich. Rund um Albacete werden beispielsweise Spitzen um 58 km/h berechnet, in Burgos und Soria etwa 57 km/h und im Raum Valencia rund 54 km/h.
Donnerstag: Die Hitze wird deutlich zurückgedrängt
Am Donnerstag, 20. August, verändert sich das Temperaturbild spürbar.
In Zaragoza sinkt die Höchsttemperatur von etwa 41 auf 34 °C, in Valencia von 42 auf rund 35 °C. Auch im nördlichen Landesinneren erfolgt eine markante Abkühlung: León erreicht nur noch rund 24 °C, Burgos 25 °C und Soria etwa 27 °C.
Besonders frisch wird es an der Nordküste. Für A Coruña und Gijón werden nur noch rund 21 °C, für Bilbao etwa 22 °C berechnet.
Der Süden bleibt dagegen sommerlich bis heiß. Sevilla und Cádiz erreichen ungefähr 30 beziehungsweise 24 °C, Córdoba 31 °C und Málaga ebenfalls etwa 31 °C. In Murcia sind weiterhin rund 34 °C möglich.
Regen und Gewitter breiten sich aus
Mit der kühleren Luft nimmt auch die Wetteraktivität zu. Am Donnerstag liegen die Schwerpunkte der Niederschläge nach aktuellem Modellstand zunächst vor allem im Norden und in Teilen des nördlichen Binnenlandes.
Für León werden lokal rund 15 mm, für Bilbao etwa 13 mm und für Soria rund 8 mm Tagesniederschlag berechnet. Auch zwischen Burgos, den Pyrenäen und dem Ebro-Tal sind Schauer und örtliche Gewitter möglich.
Weiter südlich bleibt es dagegen vielerorts noch trocken oder nahezu trocken.
Hinzu kommt kräftiger Wind. Besonders auffällig ist die Mittelmeerküste: Rund um Almería werden Böen bis etwa 74 km/h simuliert. In den Pyrenäen können ebenfalls über 60 km/h erreicht werden, im Raum Girona knapp 60 km/h. Auch auf Mallorca, im Ebro-Tal und entlang der südöstlichen Küstenabschnitte muss mit kräftigen Böen gerechnet werden.
Freitag: Deutlich angenehmer – im Nordosten zunehmend unbeständig
Am Freitag, 21. August, setzt sich die Abkühlung fort.
An der Nordküste werden häufig nur noch 19 bis 21 °C erreicht. Madrid kommt auf etwa 29 °C. Zaragoza erreicht noch rund 30 °C, Barcelona etwa 27 °C und Girona ebenfalls ungefähr 27 °C.
Im Süden bleiben die Temperaturen sommerlich: Sevilla erreicht rund 32 °C, Córdoba ebenfalls etwa 32 °C und Málaga etwa 32 °C. Murcia bleibt mit rund 35 °C eine der heißesten Regionen.
Der Schwerpunkt von Regen und Gewittern verlagert sich gleichzeitig stärker in Richtung Nordosten und östliche Mittelmeerküste.
Nach den aktuellen ICON-EU-Berechnungen sind beispielsweise rund 12 mm in Barcelona, etwa 8 mm in Girona, 7 mm in Bilbao sowie 6 bis 7 mm im Bereich Soria und der Pyrenäen möglich. Lokal können Gewitter allerdings deutlich größere Unterschiede auf kurzer Distanz verursachen, als es die regionalen Modellwerte erkennen lassen.
In weiten Teilen Zentral- und Südspaniens dürfte dagegen kaum Niederschlag fallen.
Samstag: Große Abkühlung im Norden und Landesinneren
Am Samstag, 22. August, zeigt sich der Wetterwechsel besonders eindrucksvoll.
Madrid erreicht nur noch etwa 26 °C. Zaragoza kommt auf rund 25 °C, Lleida auf etwa 24 °C und Soria sogar nur noch auf rund 19 °C. Auch Burgos und León liegen bei ungefähr 19 °C.
Zum Vergleich: Nur drei Tage zuvor wurden in Zaragoza und Lleida noch Werte um 41 °C erwartet.
An der Mittelmeerküste bleibt es wärmer. Barcelona erreicht etwa 28 °C, Valencia rund 30 °C und Murcia weiterhin etwa 35 °C. Im südlichen Binnenland bewegen sich die Temperaturen meist zwischen 27 und 32 °C.
Besonders kräftiger Regen im Nordosten möglich
Interessant ist die Entwicklung am Samstag vor allem im Nordosten Spaniens.
Das ICON-EU-Modell deutet dort auf teils ergiebige Niederschläge hin. Im Raum Lleida werden lokal rund 46 mm innerhalb eines Tages berechnet, bei Tortosa etwa 24 mm und in den Pyrenäen um Baqueira rund 11 mm. Auch zwischen Girona, Barcelona, Aragón und dem westlichen Pyrenäenraum treten weitere Niederschlagsgebiete auf.
Gerade bei Gewittern sollten solche Mengen jedoch nicht punktgenau interpretiert werden. Entscheidend ist vielmehr das Signal des Modells: Das Risiko kräftiger, lokal auch ergiebiger Schauer und Gewitter nimmt im Nordosten deutlich zu.
In Süd- und Südwestspanien bleibt es dagegen überwiegend trocken.
Wind bleibt ebenfalls ein Thema
Der Wetterwechsel bringt nicht nur niedrigere Temperaturen und Niederschläge. Auch der Wind fällt regional deutlich auf.
An der südöstlichen Mittelmeerküste werden wiederholt starke Böen berechnet. Am Donnerstag sind rund um Almería Spitzen bis etwa 74 km/h möglich, am Samstag erneut Werte um 72 km/h. Auch in den Pyrenäen, im Ebro-Tal sowie zeitweise auf den Balearen kann der Wind kräftig auffrischen.
Für Urlauber an den Küsten bedeutet das: Neben der Temperatur sollten in den kommenden Tagen auch die lokalen Wind-, Wellen- und Gewitterprognosen im Blick behalten werden.
Vom Hochsommer innerhalb weniger Tage in deutlich angenehmere Luft
Zusammengefasst steht Spanien ein bemerkenswerter Wechsel bevor. Am Mittwoch herrscht im Osten noch einmal extreme Hitze mit Spitzen zwischen 40 und 42 Grad. Danach wird die sehr heiße Luft Schritt für Schritt nach Südosten zurückgedrängt.
Am Donnerstag erreicht die Abkühlung vor allem den Norden und das Landesinnere. Gleichzeitig ziehen erste kräftigere Regen- und Gewittergebiete durch. Freitag und Samstag wird es in vielen Regionen nochmals kühler, während sich der Schwerpunkt der Niederschläge zunehmend in den Nordosten verlagert.
Besonders groß ist der Temperatursturz rund um das Ebro-Tal: Wo am Mittwoch noch mehr als 40 Grad möglich sind, liegen die Höchstwerte am Samstag teilweise nur noch um 24 bis 25 Grad.
Für große Teile Spaniens bedeutet dies eine willkommene Entlastung von der extremen Augusthitze. Im Norden und Nordosten sollte der Wetterwechsel allerdings nicht unterschätzt werden: kräftige Gewitter, lokal größere Regenmengen und starke Windböen können dort zeitweise für unruhiges Wetter sorgen.
Die weitere Entwicklung und aktuelle regionale Prognosen findet ihr wie immer auf www.meteo365.es.